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Miscellanea

Wer mit Würmern schmeißt ...

1. Juni 2012.   Per Video-Botschaft richtete sich Präsident Obama am 20.3.2009 anlässlich des iranischen Neujahrsfests mit Grußworten an das iranische Volk und an die iranischen Machthaber. Er bot ihnen einen Neubeginn der Beziehungen zwischen den beiden Staaten an. Siehe den damaligen Bericht in Spiegel Online. Dieses Friedensangebot rührte zu Recht viele Gemüter und brachte dem Präsidenten weltweit viel Anerkennung ein, galt es doch als ein deutliches Zeichen seines guten Willens. Ein Jahr später bekräftigte er sogar seinen guten Willen: Siehe Die Zeit von damals. Was für ein toller, sympathischer, anständiger, bewundernswerter Kerl war das! Vielleicht so jemand wie Willy Brandt?

Doch die Iraner waren und blieben skeptisch. Aufgrund der Erfahrungen, die sie seit Jahrzehnten mit der Außenpolitik der USA gemacht hatten, glaubten sie Obama nicht und schlugen seine ausgestreckte Hand aus. Ein scheinbar guter Wille allein genügte ihnen nicht, sagten sie. Sie wollten Taten sehen und baten den US-Präsidenten darum. Siehe Die Zeit von damals.

Über diese Verbohrtheit der Iraner konnte man sich ärgern und sie nur als Ausdruck der Feindseligkeit und Unkultiviertheit ihrer Machthaber empfinden. Der Verlauf der Zeit gibt jedoch nachträglich ihnen recht:

Im Jahre 2010 wurde bekannt, dass die Urananreicherungsanlagen (Atom-Zentrifugen) in Iran durch eine Cyberattacke mit einem Computerwurm angegriffen und lahmgelegt worden waren. Der Wurm erhielt damals den Namen Stuxnet.

Eine lange Zeit rätselte man über den oder die Urheber und hatte den Verdacht, dass es sich um die USA oder/und Israel handeln könnte. Gerade eben, am 1. Juni 2012, ist durch Untersuchungen des US-amerikanischen Enthüllungsjournalisten David Sanger bekanntgeworden, dass der Urheber von Stuxnet ein toller, sympathischer, anständiger und bewundernswerter Kerl gewesen ist, der Mann mit dem guten Willen, der Pseudo-Willy Brandt Barack Obama [1]. Er hatte diese Mission bereits bei seinem Amtsantritt im Januar 2009 von seinem Vorgänger George W. Bush übernommen und hat sie in Zusammenarbeit mit dem israelischen Geheimdienst erfolgreich durchgeführt: Siehe Tagesschau vom 1.6.2012. Zu einer Zeit also, als er seinen Heiligenschein anlegte, schmiss er heimlich mit Würmern um sich.

Seine Vorgänger haben durch ihre außenpolitischen Gemeinheiten unsägliches Leid und Unglück in die Welt gebracht. Es bleibt abzuwarten, ob es Obama gelungen ist, dank seines "so ziemlich überzeugenden" Charmes den Iranern zur Überwindung ihres tiefverwurzelten Hasses gegenüber der US-Außenpolitik zu verhelfen - oder ob er umgekehrt das Gegenteil davon bewirkt hat. Letzteres ist eher anzunehmen.

[1] Sanger, David E. Confront and Conceal: Obama's Secret Wars and Surprising Use of American Power. Crown Publishing Group, June 5, 2012.